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Frauchen was ist das bitte?

aus der Baby Reihe...

Nachdem ich nun 9 Monate lang schwanger durch die Gegend gekugelt war, war ich sehr froh als der errechnete Termin dann da war. Ja, das Kind muss dann nicht kommen aber es war einfach schön zu wissen, das hat bald ein Ende. Mag auch daran gelegen haben, dass es draußen 40° C waren und meine ohnehin schon wenig vorhandene Geduld langsam aufgebraucht war. Who knows?

Zeitgleich war ich aber auch sau aufgeregt, wie wohl der Einzug von Mini-Me bei Tiny ankommen würde. Würde sie das Baby gruselig finden? Wie kommt sie damit klar, dass auf einmal ständig irgendwas an mir hängt, schmatzt, schreit oder ich einfach nach Milch, Babyspucke und anderen kreativen Eau de Cologne riechen würde?

Wie ihr uns wahrscheinlich mittlerweile kennt, sind wir nicht unvorbereitet an die Sache ran gegangen und das war auch gut so. Ich möchte euch heute darüber berichten, welche Vorbereitungen wir getroffen haben und wie wir das kennen lernen und die ersten Tage gestaltet haben.

Wohin mit dem Hund

Unsere kleine Maus ist im August 2020 geboren, einen Tag nach dem errechneten Termin. Und Gott sei Dank gab es da schon die ersten Corona Lockerungen in den Krankenhäusern, zumindest in Rheinland-Pfalz. Das bedeutet, Sebastian durfte bei der Entbindung dabei sein und konnte wieder nach Hause gehen und mich im Krankenhaus besuchen.

In Baden-Württemberg ging das zu dem Zeitpunkt nicht. Wer im Krankenhaus war, war drin und durfte nicht mehr raus, bis zur Entlassung. Und das kann je nach Entbindung 3-5 Tage dauern. Ist natürlich mit Hund so eine Sache...

1. Tipp: Plane wer sich um deinen Hund kümmert, wenn es los geht.

In unserem Fall lief es so ab:

Gegen 16 Uhr haben die Wehen eingesetzt und da ich nicht wusste, wie lange das nun so geht und wie der Verlauf sein würde, habe ich erst einmal in Ruhe meine Pasta gegessen. Ich muss ja schließlich etwas Energie haben. Nachdem die Wehen recht schnell in sehr kurzen Abständen kamen, habe ich mich langsam fertig gemacht. Wenn es nach mir gegangen wäre, wäre ich nirgends hin gegangen aber als mein Verstand für eine Minute greifbar war, habe ich beschlossen wir fahren doch besser ins Krankenhaus. In meinem Kontrolleti Wahn habe ich Sebastian noch gebeten unserer Hundebetreuung Bescheid zu geben, dass wir uns auf dem Weg machen, damit Tiny abends noch einen gemütlichen Spaziergang hat. Um 21:59 Uhr war dann alles vorbei und die Maus war in unseren Armen gelegen. Da alles gut verlaufen ist, wäre ich gerne direkt wieder nach Hause gegangen, habe mich aber dann doch entschieden eine Nacht im Krankenhaus zu bleiben. Ein bisschen Schlaf ist sicherlich nicht verkehrt gewesen.

Für Tiny hat das bedeutet, Herrchen kommt wieder nach Hause. Das war gut aber Frauchen (ihre Bezugsperson) nicht und das nach diesem komischen, gestressten Abgang. Tiny kann zwar sehr gut alleine bleiben aber wenn ich abends nicht da bin, dann liegt sie weder im Bett oder im Schlafzimmer sondern vor der Haustür, bis ich endlich wieder da bin.

Eine Beobachtung und Information die später wichtig sein würde.

Wenn du natürlich bereits weißt, dass du länger im Krankenhaus sein wirst, suche dir eine verbindliche Betreuung, die den Hund auf Zuruf aufnehmen kann. Ist die Entbindung geplant, kannst du natürlich genaue Termine buchen. Und vor allem, habe immer ein Plan B in der Tasche. Zu wem kann der Hund, wenn Freunde/Familie absagen? Was ist, wenn die Hundepension absagen muss?

Idealerweise passiert das nicht aber es kann immer vorkommen und dann braucht es einen Plan, den man in einem vernünftigen Zustand ausgeheckt hat. Und glaubt mir, kurz vor der Entbindung kann man bestimmt einiges, aber sachlich denken und Hundeunterkünfte buchen gehören eher nicht dazu.

Wenn du auf eine gewerbliche Betreuung zurück greifen musst, nutze die Zeit vor der Entbindung, um dir diverse Anbieter anzuschauen und deinen Hund bereits daran zu gewöhnen. So bist du entspannter und kannst dich auf dich konzentrieren und dein Hund kennt die Situation bereits. 😉

Krankenhäuser sind nichts für mich und erst recht nicht, bei 40°C, wenn mein Mann nicht rein und raus laufen kann. Also wollte ich nach Hause. Mir ging es gut also bin ich am nächsten Tag wieder nach Hause. Ehrlich gesagt, ich wollte in mein Bett, duschen und ich wollte zu meinem Hund!!!

Wir hatten das Thema Heimkehr mit der Hundetrainerin besprochen. Und wir wussten genau eins: unser Hund bekommt das Baby nicht einfach unter die Nase gesetzt, am besten noch im Maxi Cosi, wie man es so oft auf Youtube sieht. Manchmal hört man auch, man solle eine volle Windel vom Baby mitbringen und dem Hund unter die Nase halten. Dann würde dieser erkennen, das Baby gehört dazu und alles ist gut.

Dazu gibt es ein bisschen was zu sagen (wer hätte es gedacht). Ganz nüchtern betrachtet halte ich dem Hund einfach nur was unter die Nase. Aus dem Ding kommt Geruch raus. Wie genau soll der Hund eine Verknüpfung zum Baby herstellen, welches aktuell nicht da ist? Wenn ihr euch an den Beitrag zum Thema Lernen erinnert, dann wisst ihr, die klassische Konditionierung wirkt immer. Was tust du, wenn du dem Hund die Windel unter die Nase hältst und er findet den Geruch total ekelig und abstoßend? Die Emotion ist im schlimmsten Fall verankert. Juhuuuu - Nicht. Du kannst natürlich den Hund für diesen Duft sensibilisieren aber dann braucht es mehr als eine Windelbegegnung und hervorragende Belohnungen. Also bevor du deinen Hund verschreckst, lass das Windelthema.

Was spricht gegen Hundeschnauze im mit Baby bestückten Maxi-Cosi? Zunächst einmal dein Baby kann nicht weg. Und beim Thema Hund und Kind geht IMMER die Sicherheit vor. Was wenn dein Hund das komische "Ding" mal so richtig doof findet oder er hat übelste Angst davor? Außerdem hast du deinem Hund gefehlt und der ist aufgeregt, dass du wieder da bist. Diese Erregung willst du nicht mit deinem Baby verknüpfen. Der Hund soll ja nicht immer eskalieren, wenn er das Baby sieht oder riecht. Ich denke, ihr wollt ein entspanntes miteinander, oder?

Ein Setting indem Ruhe herrscht, das Baby vielleicht sogar schläft aber zumindest ruhig ist, dein Hund ruhig ist und das Baby in sicherem Abstand kennen lernen kann, vor allem aber die Situation verlassen kann, wenn es ihm zu viel ist, ist für alle Parteien deutlich besser!!!

2. Tipp: Überlege dir vorher, wie du das Heimkommen und Kennenlernen gestalten möchtest.

In unserem Fall hat heimkommen deutlich besser geklappt als kennenlernen. Das lag aber an mir bzw uns und unserer Aufregung.

Ich hatte oben schon erwähnt, dass Tiny mich vermisst, wenn ich abends/nachts nicht da bin, umso glücklicher war sie, als ich endlich nach Hause gekommen war. In dem Moment war sie Prio 1. Deswegen bin ich alleine in die Wohnung gegangen und habe erst einmal meinen Hund begrüßt und gekuschelt. Eine kurze 1:1 Zeit - das war einfach toll. Nachdem die erste Aufregung verflogen war, ist Sebastian mit der Maus rein gekommen. Und ist sehr selbstverständlich mit ihr im Maxi Cosi durch die Wohnung gelaufen. Für Tiny war es wie Einkauf nach Hause bringen. Das fand sie interessant. Um ihr die Möglichkeit zu geben, das neue Etwas kennen zu lernen, haben wir den Maxi-Cosi auf den Tisch gestellt. So hatte sie die Möglichkeit ihre Baby Füße zu beschnüffeln, weiterhin aber in Bewegung zu bleiben, wenn sie wollte und die Situation zu verlassen, wenn es ihr zu viel wurde.

Tiny war unfassbar aufgeregt. Ich habe das Baby auf dem Arm genommen und Tiny wollte eigentlich weiter riechen. Kam nicht dran, ist frustriert und gesprungen und ich hab Panik bekommen. Mist aber passiert. Ich hatte Angst, dass sie irgendwas machen wollte. Also, habe ich mich mit dem Baby ins Schlafzimmer verkrochen und habe erst einmal ein Setting gebaut, was MIR geholfen hat. Weil auch mein Verhalten auf Tiny wirkt. Wenn ich mich verhalte als würde etwas schlimmes passieren, dann färbt meine Emotion auf die Situation und somit auf sie ab. Das wollte ich nicht. Allerdings war ich nach der Entbindung und allem Neuen auch ehrlicherweise nicht in der Lage ordentlich zu denken. Wer hätte das gedacht? 😑

Also haben wir uns für's nähere Kennenlernen Hilfe geholt. Weder ich noch Sebastian waren wirklich entspannt. Wie genau soll das der Hund hinbekommen? Also haben wir uns Unterstützung geholt. Eine Bekannte die Tiny gut kannte und lesen konnte, hat uns geholfen. Ich habe mich mit Lara auf einen Stuhl gesetzt, Sebastian war neben dran und Tiny durfte kommen und schnüffeln. Zur Beruhigung der neuen Eltern hatte sie eine Leine am Geschirr, dass wir hätten Abbrechen können, wenn es nötig gewesen wäre. War es natürlich nicht.

3. Tipp: Merke: Es läuft nicht alles nach Plan und das ist völlig ok. Daher habe immer eine Anlaufstelle,die euch unterstützen kann im Hinterkopf.

Tiny hat es klasse gemacht. Sie war schock verliebt in die Mini Käse-Füße. Ist sie übrigens heute noch. Und nach ein, zwei Tagen vorsichtiger Beobachtung, sind wir zu dritt auf dem Sofa gelegen und haben einfach gekuschelt. Gut, ich hab vor Freude und Dankbarkeit geweint aber wer ist schon eine Woche nach Entbindung nicht emotional und hormonell völlig auf den Kopf gestellt 😆

Das sind natürlich nur Anregungen und es gibt super viele Möglichkeiten eine Zusammenführung von Mensch und Hund zu gestalten. Wichtig ist einfach, dass man sich - vorher - Gedanken macht. Nur so findet man die beste Alternative für Hund, Baby und Eltern.

Da wir gerade jetzt Babyfrei haben, packe ich mir meine Fellfreundin ein und wir drehen eine große Runde auf unserer Lieblingsstrecke. Also viel Spaß beim Lesen.

Pfote drauf und bis zum nächsten Mal.


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