• LuDogs Gassiservice

Die Sache mit dem "Click"...

Ein Auszug aus unserem Alltag:


Tiny liegt in ihrer Lieblingsecke. Sie liegt flach wie eine Flunder und das Schnarchen hört man laut und deutlich durch Küche und Wohnzimmer. Ich wusel in der Küche rum, koche, spüle, was man eben so macht. Lara steht bei mir in der Küche und sortiert das Innenleben meiner "Tupper-Schublade" neu. Stolz über ihr neues System schnappt sie sich eine Dose und stolziert durch die Wohnung. Tinys schnarchen verstummt. Sie liegt nach wie vor aber ihre Augen verfolgen das kleine Menschlein. Lara stapft weiter. Mal steht sie, mal fällt sie und manchmal läuft sie, als wäre der letzte Schnaps wirklich schlecht gewesen. Tiny schläft jetzt nicht mehr. Sie hat sich in den "Platz" gelegt und beobachtet nun ganz interessiert und auch etwas verstört, das komische Menschlein. Lara bemerkt Tinys veränderte Körperhaltung und hat das Bedürfnis das neue Schubladensystem und die damit einhergehende Trophäe auch Tiny vorzuführen. Und dann geht es schnell. Auf einmal schaltet Lara den Windel-Torpedo an und stiefelt kerzengerade auf den Hund zu, in ihrer Ruhe Ecke. Diese sieht das stapfende Etwas auf sie zu poltern, fängt an zu hecheln, blinzeln, leckt sich über den Fang.

Jetzt muss es schnell gehen, sonst kann es sehr doof enden.


  1. Variante: Mir stockt der Atem, Ich renne mit nassen Händen quer durch die Küche, erzähle meinem Hund dabei irgendwelche Floskeln, die ihr aushalten als gut und erwünscht quittieren sollen und nehme das Kind weg.

  2. Variante: Ich atme, sage: Click und hole das Kind da weg.

Na? Was klingt wohl wie die für alle angenehmere Lösung? Und wieso bitte soll "Click" alles ändern?


Was ist "Click"?


In erster Linie ist Click ein Wortlaut. Ich benutze es aber als ein sogenanntes Markersignal.


Für mich und Tiny ist es aber deutlich mehr, denn wir kommunizieren.


Es hilft mir meinem Hund zu vermitteln: Das was du genau JETZT tust ist prima.

Dafür bekommst du eine Belohnung.

Genau das selbe tut ihr auch, wenn ihr dem Hund z.B. Tricks beibringen möchtet und dabei ein Clicker bzw. Knackfrosch benutzt. Der Hund, in dem Fall Tiny, hat gelernt, wenn das "Click" kommt, folgt etwas tolles.


Wenn sie Dinge macht, die aus meiner Sicht gut sind (z.B. sich einfach von Lara abwenden, ruhig an fremden Menschen vorbei gehen, stehen bleiben und schauen, statt dem Hasen hinterher zu rennen), dann unterstreiche ich das Verhalten mit einem "Click".

Je öfter sie das macht und ich das Verhalten "markern" oder "clickern" kann, desto mehr wird eben dieses Verhalten gezeigt. Es lohnt sich, es frustriert sie nicht und macht Spaß.


Als Hundehalter hat es für mich noch weitere Vorteile:


  • Dadurch das ich das Signal aufgebaut habe, hat Tiny verinnerlicht, dass "Click" eine Bedeutung bzw. angenehme Konsequenz hat. Wenn ich ihr so Sachen sage wie: fein, toll, super - dann klingt es vielleicht nett aber eine Bedeutung haben diese Wörter für sie nicht. Sie hat den Duden nicht gelesen.

  • Um einem Hund zu vermitteln, dass sein Verhalten gut ist (oder schlecht) habe ich nur ein mini kurzes Zeitfenster von 2 Sekunden ca. Ich bin ja schon nicht langsam, aber so schnell bin ich nicht bei meinem Hund und habe noch einen Keks, erst recht nicht auf Distanz.

Als Mama mit Kind und Hund, in einem Haushalt, hat es aber vor allem einen Vorteil:


Ich kann mit einem einfachen "Click" in Situationen einwirken, die sonst gefährlich werden könnten.


Für das o. g. Beispiel bedeutet es, dass ich durch das Signal vermitteln konnte, dass ruhiges sitzen und schauen genau das richtige Verhalten war, dass ich es wahrgenommen habe und dass eben dieses Verhalten lohnenswert ist. Das verschafft mir ZEIT! Zeit um mein Kind aus der Situation zu holen, Zeit bis mein Hund doch meint eine deutlichere Grenze aufzeigen zu müssen, Zeit bevor die Eskalationsleiter weiter geklettert wird.


Der Richtungswechsel von Lara - weg von Tiny und hin zur Schublade - ist wohl für Tiny die größte Belohnung. Die unangenehme Situation wurde aufgelöst, freundlich und klar. Trotzdem gab es danach noch einen Keks ;-).


Überlege dir, ob so ein einfaches Werkzeug deine Kommunikation und dein Timing nicht optimieren würden und zeitgleich einen Haufen Stress und Hektik raus nehmen können. Und neben Schlaf ist Zeit und Ruhe doch das größte Gut für Eltern oder?


Wenn du noch mehr zum Thema "Markertraining" lesen bzw. wissen willst, was es mit dem Click auf sich hat, wie du es aufbauen kannst, wo es noch hilfreich sein könnte, und und und, habe ich weiter unten noch ein bisschen was zum stöbern.


Ansonsten denke ich es reicht mal wieder für heute also Pfote drauf und bis zum nächsten Mal.



Das Markersignal im Hundetraining

20 Gründe für ein Markersignal in Hundebegegnungen

Der Grund warum du mit Markersignal besser trainierst


Und für alle, die gerne Bücher haben: Marker - Training für Hunde, Ulrike Seumel




40 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen